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Geocaching unter Linux: Oregon und QLandkarte GT

Jetzt habe ich mittlerweile schon drei Wochen mein Oregon 400t und ich wollte eine kleine Anleitung/einen Erfahrungsbericht schreiben, wie Geocaching unter Linux klappt – kurz gesagt: hervorragend!

Vorbedingungen
Ich hatte zuerst das Problem, dass beim Oregon über den USB-Anschluss nur der interne Speicher erkannt wurde; die SD-Karte wurde ignoriert. Das Problem lag in der Kernelkonfiguration – ich passe meinen Kernel immer maßgeschneidert an und ich hatte die Option

[*] Probe all LUNs on each SCSI device

vergessen (unter Device Drivers —> SCSI device support). Nach Neucompilieren und Neustart wurde dann auch die Micro-SD-Karte problemlos erkannt.

Backup
Als allererstes (nach dem Aufbringen der Displayschutzfolie) sollte man vorsichtshalber ein Backup vom Oregon machen; dies hat – wegen der europäischen topografischen Karte – etwa eine Stunde gedauert. Mittels:

rsync -a /media/GARMIN $HOME/Oregonbackup

wird ein Backup nach ~/Oregonbackup erzeugt (ggfls. die Pfade anpassen).

Software Update
Als nächstes habe ich die Firmware des Oregon aktualisiert (auf 3.42 Beta). War überhaupt kein Problem:

  • die .exe (sic!) mittels unzip entpacken
  • die Datei gupdate.gcd nach /media/GARMIN/Garmin kopieren,
  • Oregon (und ggfls. die SD-Karte) auswerfen/unmounten
  • Oregon von USB-Trennen und neustarten. Fertig.

Wegpunkte transferieren
Auch kein Problem, einfach die entsprechenden GPX-Dateien (direkt von GC.com über GPX eXchange File oder als Pocket Query – beides nur als Premium Member) nach /media/GARMIN/Garmin/GPX kopieren. Terracaches werden leider nicht als Geocache angezeigt sondern als Wegpunkt, was aber andererseits auch nicht dramatisch ist, denn es handelt sich hier in der Regel um Multis, dazu gleich mehr. Tracks werden auf die gleiche Art vom Oregon übertragen – als GPX-Datei.

Multicaches/Mehrere Wegpunkte
Obwohl es problemlos möglich ist, manuell Wegpunkte auf dem Oregon anzulegen (für Multicaches z.B.) ist es doch relativ unkomfortabel: der Touchscreen ist schon sehr gut (ich mag mir gar nicht vorstellen, wie umständlich das beim Colorado oder Geräten mit Joystick ist), dennoch ist das relativ zeitaufwändig, viele Wegpunkt so anzulegen (siehe Screenshots).

Der erste – und letzte Mal – dass ich das manuell gemacht habe, war bei der Schwerin-Tour in Castrop-Rauxel: der Cache hatte insgesamt 15 Wegpunkte (inklusive Final, Parkplatz, etc.) plus Wegpunkt für den Travelling Terracache „Silvio“. Das war doch etwas ermüdend, diese von Hand anzulegen, deshalb habe ich eine erheblich bessere Lösung gefunden: QLandkarte GT!

QLandkarte GT
QLandkarte GT ist freie Software; es wird das Kartenmaterial von Openstreetmap benutzt, ebenfalls ist es möglich, eigene Karten einzubinden. Trotz der recht niedrigen Version (aktuell benutze ich 0.15.1) ist QLandkarte GT schon gut ausgereift und kann eine Menge; betracht wird hier „nur“ das Wegpunktmanagment und die Trackverwaltung.

Wegpunkte erstellen
Wegpunkte lassen sich recht komfortabel erstellen (siehe Screenshot).

Alle Wegpunkte können dann – en bloc – als eine einzige GPX-Datei auf das Oregon geschoben werden. Das ging bei der nächsten Tour sehr schnell – die Koordinaten der Wegpunkte per copy&paste einfügen, den Namen des Wegpunktes einfach per Tastatur ändern und gut war – und das in einem Bruchteil der Zeit, die es gedauert hätte, die Wegpunkte auf dem Oregon zu erstellen. Es lassen sich auch Fotos zu den Wegpunkten einbinden, die Funktionalität habe ich noch nicht ausprobiert.

Tracks auswerten
Ich selbst finde es immer wieder interessant, wo ich so alles hergelaufen bin (sei es beim Cachen, sei es beim Wandern), und dafür ist die Trackverwaltung von QLandkarte GT sehr gut. Die Screenshots unten zeigen den Track der Schwerin-Tour, einmal auf der Karte und einmal als Höhenprofil – wobei die Anzeige des Höhenprofil nicht ganz so intuitiv ist: man muss einen Track erst bearbeiten (eigentlich unlogisch) um das Höhenprofil ansehen zu können. Weiterhin lässt sich zu jedem Track ein Tagebuch (in Blogform) erstellen; dieses wird in den Track-GPX-Dateien gespeichert. Die Tracks lassen sich natürlich bearbeiten – ich musste bei einem Track einige Wegpunkte am Anfang entfernen, als ich mit Michako nach Ense gefahren bin – es waren noch alte Wegpunkte in dem Track.

Fazit
Geocaching unter Linux mit dem Oregon ist einfach und durchaus komfortabel – es gibt für mich nicht den geringsten Grund irgendwelche Windows-Software (z.B. Mapsource oder Basecamp) in VirtualBox oder unter Dualboot einzusetzen

Cachen an der Uni/DASA

Heute war ich – trotz Dreckswetter – mal wieder auf Geocachingtour, das hatte sich geradezu angeboten:

Vorher hatte ich eine (erfolgreiche) Prüfung zum „MCTS: Microsoft SQL Server 2005 – Implementation and Maintanence“ (sprich: SQL Server 2005 Datenbankadmin) in der Gegend. Hmm, als bekennender Microsoft‒Gegner und Opensource‒Fan kann ich mich mit dem Zertifikat nirgendwo blicken lassen :-D Generell finde ich diese Art Prüfung (nicht das Zertifikat als solches) relativ unsinnig: gewonnen hat derjenige, der am besten auswendig lernen kann. Die Fragen in der Prüfung sind teilweise extrem speziell, und eigentlich auch wenig praxisrelevant – es werden teilweise sehr esoterische Einstellungen abgefragt, die auch ein erfahrener Admin nicht auswendig weiß – wozu gibt es schließlich Dokumentationen, wo man nachschlagen kann? Der zweite Teil war schon etwas praxisrelevanter, weil dort quasi am lebenden Objekt (einem simulierten SQL–Server) Einstellungen vorgenommen werden mussten. Nun gut.

Als erstes ging es zum Cache „eldoradio*“ (GC1HQMX), den ich trotz Regens gut gefunden habe. Danach ging es – nach einem Abstecher zur Dortmunder Uni – dann zur DASA. Die DASA (Deutsche Arbeiterschutzausstellung) ist so ziemlich das beste und interessante Museum, dass ich im Ruhrgebiet befindet – ich gehe sogar so weit sie mit dem deutschem Museum in München zu vergleichen (wenngleich die DASA natürlich kleiner ist). Hier befindet (oder besser: befand) sich ein Terracache.

Die Stationen des Caches habe ich relativ gut gefunden, nur das Finale war nicht da – das hat allerdings auch schon ein Cacher vor mir bemerkt. Dennoch habe ich den Cache geloggt, weil ich den notwendigen Code („Confirmation Code”) mir erarbeitet habe, so habe ich den Cache quasi als virtuellen Cache behandelt.

Trotz diesen Misserfolges (eigentlich war es ja keiner) war die Tour durch die DASA wie immer interessant – das Schöne an der DASA ist auch, dass überall Stationen sind, die man anfassen und erleben kann.

Da es ordentlich geregnet hat, hatte ich den iQue nicht dauernd an, deshalb weiß ich gar nicht, wieviel km ich gelaufen bin :-)

Dennoch alles in allem (inklusive Zertifikat) ein sehr erfolgreicher Tag heute!