Auch wenn ich mich mit meiner Meinung (wieder) unbeliebt machen werde, ich halte die vorherrschende Meinung, dass man Medien (Zeitungen, Fernsehen) als Geocacher meiden sollte, für grundlegend falsch.
Ein Beispiel für die Panik, die bei vielen Geocachern aufkommt, zeigt exemplarisch dieser dieser Thread im gründen Forum. Ein Auszug auf eine sehr freundliche Anfrage:
Am besten für das Hobby ist nicht die Klarstellung, sondern das Vergessen, daß es uns gibt.
Es ist dem Hobby nicht zuträglich, daß es immer und immer wieder in die Medien gezerrt wird.
Schreib über GPS Mission, dort leidet keiner unter der Öffentlichkeit, da es dort keine Dosen gibt, die vandaliert oder entwendet werden können.
(Ich kann mir nicht vorstellen, dass der entsprechende Journalist nach den Erfahrungen ein positives Image von Geocachern hat :-/)
Und – nicht zu vergessen – das „Interdiktum” durch die Aktion „No Press”.
Das ist reine Vogel-Strauß-Politik – wer glaubt denn im Ernst, dass sich nur ein Journalist auf der Suche nach einer Story um so einen Button an einem Cache kümmern würde? Evtl. seriöse Journalisten, aber Regenbogenpresse?
Die Zeiten, wo Geocaching tatsächlich geheim war, sind seit mindestens einem halben Jahrzehnt vorbei. Schilmmer noch, diese – oft irrationale – Ablehung der Medien ist mittlerweile extrem kontraproduktiv:
- Auf der einen Seite berichten Medien eh’ auf was sie Lust haben – das nennt sich Pressefreiheit. Es wird sich – im Zweifelsfall – immer jemand finden, der kamerageil genug ist und sich in der Zeitung wieder finden möchte. Und wenn nicht, werden halt Berichte verfasst, die extrem oberflächlich sind. In beiden Fällen kommen die allseits „beliebten” Reportagen dabei ‘raus.
- Auf der anderen Seite ist Geocaching mittlerweile so populär, dass sich ein Gegenwind formiert – u.A. von den Jägern, die jahrzehntelange Erfahrungen mit Öffentlichkeitsarbeit haben und die durchaus politische Macht haben.
Schließlich sind die Reportagen noch gefährlich für Caches – Muggles und Neucacher gefährden die gezeigten Caches.
Wir haben hier eine Lose-Lose-Situation: Reportagen gefährden die gezeigten Caches und Ignorieren der Medien führt zu einer Gefährdung des Geocachings an sich – wenn die Gegner nur genügend Druck erzeugen!
Wie ist das Dilemma nun zu lösen? Meiner Meinung nach nur durch die folgenden Punkte:
- Behutsame aktive Öffentlichkeitsarbeit. Wir sollten nicht auf die ganzen schlechten Reportagen/Artikel/was auch immer reagieren, sondern eher agieren – alles andere wird nicht funktionieren.
- Wenn schon Reportagen sein müssen (und sie lassen nicht verhindern), dann bitte nur eigene Caches zeigen und keine fremden Caches gefährden! Optimal wäre noch etwas anderes: eine Art „Demo-Cache”, gemacht wie ein ganz normaler (guter) Cache, der nach dem Pressetermin wieder eingesammelt wird. Hier müsste auch mit offenen Karten gespielt werden und den Reportern erklärt, wieso man keinen „echten” (gelisteten) Cache zeigt – Spoilerproblematik, Muggleproblematik, etc. Mit Journalisten kann man in der Regel sehr gut reden und die meisten sind durchaus vernünftig.
- Starke Partner suchen – und diese nicht durch Verschwörungstheorien vergrätzen, so z.B. den Deutschen Wanderverband, die uns durchaus positiv gesinnt sind. Auch Parteien ansprechen, so haben z.B. die Jungen Liberalen in Dortmund mal ein CITO-Event veranstaltet.
Ergo: aktive Öffentlichkeitsarbeit betreiben – wenn wir wieder den Kopf in den Sand stecken, kommen immer mehr merkwürdige Reportagen und wir dürfen uns nicht wundern, wenn Geocaching in ein paar Jahre entweder verboten und stark eingeschränkt wird.

