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Dortmunder Kindergartendrama: Krieg der Multis

Vorab: Ich selbst habe mit beiden Multis nichts zu tun, das Final von dem einen habe ich per Zufall gefunden, für den anderen war mir das Wetter zu heiß.

Hereinspaziert, meine Damen und Herren, hier sehen Sie ein Dortmunder Kindergartendrama mit dem Thema „Krieg der Multis“ – ein Lehrstück in Sachen (fehlender) Toleranz, Ignoranz und Mobbing.

Die Akteure in diesem Trauerspiel:

  1. Ein Neucacher, der einen Multi im Westfalenpark in Dortmund ausgelegt hat (GC298VF) und
  2. Die Organisatoren des 4. Dortmunder Stammtisch vom 10.7.2010 im Westfalenpark (OCAA2B)

Wie der Zufall es so will, wurden beide Caches am gleichen Tage (26.6.2010) eingereicht; der zweite Cache sollte (auch) auf Geocaching.com zum Stammtisch veröffentlicht werden, jedoch gab es eine Kollision: die Abstandsregel einiger Stationen beider Caches schlug zu.

Nun gab es anscheinend im Vorfeld Kommunikation zwischen den Cacheownern um das Problem zu beheben, das Listing zum 2. Cachen wurde auf dem Stammtisch verteilt und eine Reihe von Leuten machten sich auf dem Weg diesen zu heben. Aber es nützte nichts – der 1. Cache wurde veröffentlicht, der 2. Cache blieb alleine bei Opencaching.de.

Shit happens, könnte man sagen und philosophisch die Schultern zucken, wäre das nicht das Nachbeben per Log Notes (siehe GC298VF), wo erwachsene Cacher offensichtlich ihr inneres Kleinkind befriedigen wollen. Ein paar Auszüge:

Nach reichlichen Überlegungen ziehe ich meinen Log zurück und pack den Cache auf die Ignore-Liste.
Solch eine Dose sollte man nicht unterstützen!

und

[...]Ich finde es auch sehr schade das manche menchen nur noch an sich denken und es so schief gelaufen ist. Nun bin ich auch einer der 330 Cacher die traurig sind ihn nicht loggen zu können.
Jedenfalls werde ich diesen Multi hier nicht Suchen und Loggen.

und

wir sind eins der Teams, die sich gemeinsam mit Nachwuchscacher Dolphin-Boy die Hammerrunde am ODGS in sengender Hitze angetan haben!!! Über 3 Stunden waren wir bei weit über 30 °C unterwegs!! Und nun dürfen wir dem Kleinen sagen: “Sorry Junge, aber leider darfst du diesen Cache nicht loggen, weil ein einzelner Spielverderber für über 330 andere sein wollte, nur um mit Gewalt seinen Cache durchzuboxen!” Danke!!! Echt nett… Genau so muss Geocachen sein, jeder für sich nur nicht miteinander.

Traurige Grüße über solch Engstirnigkeit sendet

Team LuckyHundi

PS: Vorerst steht dieser Cache bei uns auf der Ignoreliste, denn WIR belohnen das nicht auch noch mit einem Logg.

Ignoreliste, nicht loggen, obwohl man ihn gefunden hat… irre, einfach nur irre.

Das Bizarre daran ist ja, dass der „andere“ Cache ja durchaus logbar ist, allerdings nur bei Opencaching. Irgendwie scheinen hier die Leute jeglichen Sinn für Proportionen verloren zu haben, es ist ja nicht so, dass sie quasi umsonst gelaufen sind (und wetterbedingt haben den Cache eh’ nur ein Bruchteil der 330 Stammtischbesucher gemacht), sie können ihn doch problemlos bei OC loggen!

So langsam scheint mir das Hobby mehr und mehr aus dem Ruder zu laufen. Entweder ist der Cache schön, dann sollte es völlig egal sein, auf welcher Plattform er geloggt werden kann(weil der Weg das Ziel ist) oder es geht nur noch rein um das Geocaching-Statistikpünktchen, dann allerdings frage ich mich, wie jemand so bekloppt sein kann, bei über 35 Grad für einen Statistikpunkt fast 3 Stunden durch den Westfalenpark zu laufen.

Die ganzen wütenden Logs – die durchaus Richtung Mobbing gegenüber eines Neucachers gehen – haben meine Meinung von einigen Beteiligten stark nach unten revidiert und nachträglich den schönen Stammtisch am 10.7.2010 ein wenig vergällt :-(

Folgen der Geheimhaltung: Polizeiaufrufe

Lamima hat in seinem  Blogeintrag „WANTED – Dead or alive :-) “ einen Fall aufgezeigt, wo die selbstauferlegte Geheimhaltung einer Cacher zu einem Polizeiaufruf (← siehe Bild)  führte. Der Fall macht mich nachdenklich:

  1. Kann man über den Sinn diskutieren, einen Cache ausgerechnet in einem Wohngebiet zu verstecken, wo die Anwohner (über-)vorsichtig sind.
  2. Was genau spricht eigentlich dagegen die entsprechenden Anwohner aufzuklären, was man genau tut? Ein  „Spielen“ als Antwort halte ich definitiv nicht für ausreichend.
  3. Schließlich: Wenn man schon ein Anhänger des „Geheimagentenverhaltens“ ist, dann möge man sich doch auch bitte so verhalten, dass Muggles nicht misstrauisch werden.

Ich sehe zwar auch die humoristische Komponente des Ganzens, sehe aber auch die negativen Folgen, und die sind leider nicht lustig:

  • Jetzt ist die Nachbarschaft durch die Aufrufe in Angst und Schrecken versetzt worden.
  • Laut Aufruf patrouilliert nun die Polizei die Gegend – völlig unnötiger Aufwand und Kosten.

Ganz große Klasse – jetzt ist dort das Kind den Brunnen gefallen, wenn sich das aufklärt, gibt es garantiert wieder negative Publicity über Geocaching. Wer könnte dies auch der Polizei und den Anwohnern verdenken, dass sie es nicht sonderlich witzig finden, durch ein eigentlich harmloses Spiel in Aufruhe versetzt worden zu sein, vor allem, wenn das durch ein klärendes Gespräch im Vorfeld durch die entsprechenden Cacher hätte vermieden werden können?

Mir selbst ist vor einziger Zeit etwas ähnliches passiert – bei einem virtuellen Cache (TCA2R): als ich in aller Ruhe (und niemand war in Sicht) Daten eines Schildes aufgeschrieben habe, kam eine Angestelle des Freibad (im Winter!) zufällig heraus und fragte mich misstrauisch, was ich denn da machen würde, ich sei ja kein städtischer Angestellter usw. (wobei ich mich frage, was daran so verdächtig/illegal sein soll, sich ein Schild anzuschauen und Daten davon abzuschreiben, aber egal). Ich habe ihr dann ehrlich gesagt, was ich machen würde, warum denn auch nicht? Hat auch den Nebeneffekt, dass diese misstrauische Angestellte den nächsten Terracacher nicht wieder ausfragt :-D

Vorsätze für’s neue Jahr: ehrliche Logs

Es ist 2010, und ich habe mir einen festen Vorsatz gemacht: ehrliche Logs. Nie wieder ein heuchlerisches „Danke für den Cache” (TFTC), das ich mir z.B. hier mit viel Mühe und Not aus der Tastatur gesogen habe – der Cache war eine typische Filmdose nahe mehrerer vielbefahrener Straßen an einem Gullydeckel, was zur Hölle soll mir dieser Cache sagen?

Nein! Keine – egal wie kurze Logs – mit einem geheuchelten „TFTC” mehr, ich schreibe nun ehrlich meine Meinung zu solchen Schrottmikros und füge auch die entsprechende Bewertung bei GCVote (1 von 5) ein, ein Anfang (schon im letzten Jahr) ist gemacht, siehe hier.

Nun wurde schon berechtigterweise die Frage aufgeworfen, wieso ich überhaupt solche Schrottcaches suche bzw. logge, die nichts, aber überhaupt nichts mit der ursprünglichen Idee des Geocachings gemein haben (interessanter Ort, Natur, Wanderung, …) – die Antwort ist recht einfach: ich möchte mich regelmäßig bewegen, und Ziele (und seien es solche „Caches”) sind erheblich motivierender als reines Walken/Spazierengehen. Für Caches wie „A 43 Mikro #1” ( GCW7CW) würde ich keinen Millimeter Umweg machen – ein Leitplankenmikro an einem Schwulenparkplatz(!) (was soll mir dieser Ort bzw. Cache nur sagen? Was hat der Künstler damit ausdrücken wollen?).

Nun ließe sich natürlich argumentieren, dass solche Caches nicht stören, das ist aber leider falsch:

  • Durch den Mindestabstand bei Geocaching.com blockiert ein solcher Schrottcache potentiell gute Caches.
  • Neulinge, die diese Art Caches finden legen evtl. ebenfalls solche – weil sie so ein Niveau für normal halten.

In diesem Sinne: lasst uns dieser Jahr auch an die kommenden Finder solcher Caches denken und ehrlich loggen – und uns nur für solche Caches bedanken, wo es tatsächlich auch etwas zu bedanken gibt.