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Elite-Caching?

Gerade bei Gecko gelesen: „Die Elite Cacher“. Hmm, ich habe zu 64′er Zeiten (und später auch auf dem Amiga) Elite gespielt, darf ich mich nun auch zu den Elite Cachern zählen? :-D

Ich persönlich finde die Bezeichnung „Elite Cacher“ eigentlich anmaßend – hier möchte eine Gruppe von Cachern selbst bestimmen, wer zur „Elite“ gehört und wer zum Pöbel, zumal die bisherigen Kriterien, die auf der Seite der Elite Cacher beschrieben sind, auf T5 hinauslaufen. Irgendwie überrascht mich das nicht, denn so manche der sogenannten HCC (HardCoreCacher) fühlen sich mit einer erstaunlichen Arroganz als Elite.

Das hat durchaus eine gewisse unfreiwillige Komik: Terracaching wird ja immer wieder gerne vorgeworfen, elitär zu sein (was völlig banane ist), weil Terracacher auf Qualität achten – und interessanterweise gibt es die von den „Elite Cachern“ bemängelten Probleme dort eben nicht: Es gibt dort weder Kurzlogs, unachtsame Cacher, Leitplankenmikros oder Caches, die einem Naturschutzgebiet versteckt sind. Die Komik liegt daran, dass sich nun eine Gruppe als das bezeichnet, was TC vorgeworfen wird, nämlich als Elite :-D

Bleibt eigentlich noch die Frage, auf welcher Plattform die Elite Cacher denn ihre Elitecaches veröffentlichen möchten?

Ein solches Konzept ergibt eigentlich ohne eine eingebaute Bewertungsfunktion keinen Sinn, denn wie sonst ließe sich herausfinden, ob die gestellten Ansprüche der Realität entsprechen? Auf Geocaching.com  gibt es keine solche Bewertung – GCVote ist, wenn auch sehr hilfreich, ein externes Skript, welches nur unter Firefox funktioniert und manuell installiert werden muss. Opencaching dagegen hat nur eine Positivliste, bliebe nur theoretisch Terracaching, allerdings weiß ich nicht, ob ich eine Gruppe mit einem solch anmaßenden Titel wirklich bei TC haben möchte – die Community dort ist mir zu familiär und freundlich :-)

Sonst wäre da natürlich noch eine eigenständige Plattform, was völlig OK und legitim wäre – ich schrieb ja schon mal was am 29. Januar von zunehmender Zersplitterung der Szene, die Frage ist natürlich, ob eine solche Plattform sich lange halten würde.

Ansonsten muss ich durchaus ein wenig Respekt wegen dem Mut der Arroganz der Dreistigkeit, sich als Elite Cacher zu bezeichnen zollen – wenn das in die Hose geht wird der Spott in der Szene noch Jahre nachhallen :-)

In diesem Sinne: Right On, Commander Jameson (das einzig wahre Elite :-) )

Geocaching und Presse/Medien: Ja! Aber…

Auch wenn ich mich mit meiner Meinung (wieder) unbeliebt machen werde, ich halte die vorherrschende Meinung, dass man Medien (Zeitungen, Fernsehen) als Geocacher meiden sollte, für grundlegend falsch.

Ein Beispiel für die Panik, die bei vielen Geocachern aufkommt, zeigt exemplarisch dieser dieser Thread im gründen Forum. Ein Auszug auf eine sehr freundliche Anfrage:

Am besten für das Hobby ist nicht die Klarstellung, sondern das Vergessen, daß es uns gibt.

Es ist dem Hobby nicht zuträglich, daß es immer und immer wieder in die Medien gezerrt wird.
Schreib über GPS Mission, dort leidet keiner unter der Öffentlichkeit, da es dort keine Dosen gibt, die vandaliert oder entwendet werden können.

(Ich kann mir nicht vorstellen, dass der entsprechende Journalist nach den Erfahrungen ein positives Image von Geocachern hat :-/)

Und – nicht zu vergessen – das „Interdiktum” durch die Aktion „No Press”.

Das ist reine Vogel-Strauß-Politik – wer glaubt denn im Ernst, dass sich nur ein Journalist auf der Suche nach einer Story um so einen Button an einem Cache kümmern würde? Evtl. seriöse Journalisten, aber Regenbogenpresse?

Die Zeiten, wo Geocaching tatsächlich geheim war, sind seit mindestens einem halben Jahrzehnt vorbei. Schilmmer noch, diese – oft irrationale – Ablehung der Medien ist mittlerweile extrem kontraproduktiv:

  • Auf der einen Seite berichten Medien eh’ auf was sie Lust haben – das nennt sich Pressefreiheit. Es wird sich – im Zweifelsfall – immer jemand finden, der kamerageil genug ist und sich in der Zeitung wieder finden möchte. Und wenn nicht, werden halt Berichte verfasst, die extrem oberflächlich sind. In beiden Fällen kommen die allseits „beliebten” Reportagen dabei ‘raus.
  • Auf der anderen Seite ist Geocaching mittlerweile so populär, dass sich ein Gegenwind formiert – u.A. von den Jägern, die jahrzehntelange  Erfahrungen mit Öffentlichkeitsarbeit haben und die durchaus politische Macht haben.

Schließlich sind die Reportagen noch gefährlich für Caches – Muggles und Neucacher gefährden die gezeigten Caches.

Wir haben hier eine Lose-Lose-Situation: Reportagen gefährden die gezeigten Caches und Ignorieren der Medien führt zu einer Gefährdung des Geocachings an sich – wenn die Gegner nur genügend Druck erzeugen!

Wie ist das Dilemma nun zu lösen? Meiner Meinung nach nur durch die folgenden Punkte:

  • Behutsame aktive Öffentlichkeitsarbeit. Wir sollten nicht auf die ganzen schlechten Reportagen/Artikel/was auch immer reagieren, sondern eher agieren – alles andere wird nicht funktionieren.
  • Wenn schon Reportagen sein müssen (und sie lassen nicht verhindern), dann bitte nur eigene Caches zeigen und keine fremden Caches gefährden! Optimal wäre noch etwas anderes: eine Art „Demo-Cache”, gemacht wie ein ganz normaler (guter) Cache, der nach dem Pressetermin wieder eingesammelt wird. Hier müsste auch mit offenen Karten gespielt werden und den Reportern erklärt, wieso man keinen „echten” (gelisteten) Cache zeigt – Spoilerproblematik, Muggleproblematik, etc. Mit Journalisten kann man in der Regel sehr gut reden und die meisten sind durchaus vernünftig.
  • Starke Partner suchen – und diese nicht durch Verschwörungstheorien vergrätzen, so z.B. den Deutschen Wanderverband, die uns durchaus positiv gesinnt sind. Auch Parteien ansprechen, so haben z.B. die Jungen Liberalen in Dortmund mal ein CITO-Event veranstaltet.

Ergo: aktive Öffentlichkeitsarbeit betreiben – wenn wir wieder den Kopf in den Sand stecken, kommen immer mehr merkwürdige Reportagen und wir dürfen uns nicht wundern, wenn Geocaching in ein paar Jahre entweder verboten und stark eingeschränkt wird.

Geocaching ist geheim? Nein!

Cachecache hat in einem sehr lesenswerten Blogeintrag sich an alle die gewandt, die den „guten, alten Zeiten“ hinterhertrauern. Ein Aspekt, den er nicht behandelt hat, ist die meiner Meinung nach sehr merkwürdige Einstellung manche Hardliner, dass Geocaching als solches doch bitte geheim gehalten werden sollte. Es geht hier nicht um das unbeobachte Heben von Caches bzw. dem unauffälligen Nähern dessen, sondern es wird durchaus gefordert, dass unser Hobby doch bitte quasi im Untergrund stattfinden solle.

So wird – im Zusammenhang mit einem zufälligen Heroinfund eines Cachers – doch ernsthaft gefordert, dass man die Polizei doch bitte anlügen solle:

Findest Du?
Ich finde das extrem dusselig. Einige Leute können echt die Klappe nicht halten.
Warum muss man ständig die Leute mit der Nase auf’s Geocaching stoßen?

“Ich bin spazieren gegangen und hab’s zufällig gefunden, als ich mal austreten musste. Magenverstimmung, ich wollte das nicht direkt am Weg, wenn Sie verstehen…”

(Quelle: Grünes Forum, dieser Thread)

Abgesehen davon, dass es reichlich bizarr ist solche Geheimhaltung zu fordern, wenn es schon diverse Bücher (u. A. von Prominenten wie Bernhard Hoëcker) zu Geocaching gibt (neben unzähligen Medienberichten, Blogs, was auch immer) und aktuelle Garmin-Geräte schon Geocaching-Modi besitzen – von den Events/Mega-Events gar nicht erst zu reden -, stelle ich mir die Frage: warum solche Lügen? Warum nicht Freunden erzählen, was man macht? Warum nicht ab und zu Muggels (da rümpfen ja auch schon die Leute die Nase drüber) mitnehmen, zumal diese Muggels – sollten sie Geocacher werden – gleich eine vernünftige Einführung bekommen mit Erklärung, was man vermeiden sollte usw.?

Solche Forderung zeigen eher die Denkweise, die der obengenannte Beitrag zu recht  kritisiert – ein elitäres Denken. Ich selbst bin Mitglied einer anderen Subkultur, die auch früher (in den 90′ern) eher im Verborgenen/Geheimen agiert hat und mittlerweile weit offener geworden sind und siehe hier auch erstaunliche Parallelen: auch dort wird den guten alten Zeiten hinterhergejammert (die, wenn man ehrlich sind, nicht wirklich so gut waren) und auch kannte man sich früher halt persönlich. Na und?

Ich sehe Geocaching den gleichen Weg gehen wie besagte Subkultur: es wird nicht nur eine Plattform geben, sondern eine gewisse Zersplitterung, die Zeichen sind schon seit einiger Zeit da:

  • Geocaching.com für die breite Masse.
  • Terracaching.com für Leute wie mich, die Qualität und Wanderungen schätzen und wo die Community entscheidet, was zulässig ist und welche Caches gut bzw. schlecht sind
  • Evtl. Megacaching als Mischung zwischen GC und TC – sollte das Projekt irgendwann mal fertig werden :-)

Evtl. kommen noch weitere Plattformen dazu, z. B. eine Plattform für HCC – die HCCs scheinen sich von der Arroganz her eh’ als Elite zu fühlen, irgendwann schreibe ich mal was dazu – so dass es nicht mehr die Community geben wird sondern verschiedene. Wer den Kick der Geheimhaltung haben möchte, kann ja seine eigene geheime VIP Invite-Only Seite aufziehen.

Und mal ehrlich, wäre die Zersplitterung (oder positiv:  Spezialisierung) so schlecht? Zum Nachdenken: der zweite Dortmunder Stammtisch platzt jetzt schon aus allen Nähten, aktuell sind über 200(!) Teilnehmer angemeldet.

In diesem Sinne: nicht den alten Zeiten hinterhertrauern, sondern sich den neuen Gegebenheiten anpassen.

Selbstverständliches: zum Garmin/DWJ-Papier

Es ist wohl so: Geocaching ist mittlerweile so populär geworden (was sich auch in der mitunter üblen Qualität von vielen neuen Caches zeigt), dass simple Selbstverständlichkeiten veröffentlich werden müssen. In einem gemeinsamen Papier schreibt Garmin zusammen mit dem deutschen Wanderverband/der deutschen Wanderjugend u.A.:

  • Gesetzlich geschützte Biotope sind kein Ort für Caches
  • Baumhöhlen dürfen nicht als Caches genutzt werden
  • Höhlen, auch scheinbar von Tieren unbewohnte, werden nicht mit Caches besetzt
  • Brut- und Setzzeiten sind besonders sensibel und zu beachten

Alles Selbstverständlichkeiten, möchte man meinen? Leider weit gefehlt! Statt mal in Ruhe darüber nachzudenken, warum so ein Papier wohl leider notwendig geworden ist und das eigene Verhalten mal kritisch zu hinterfragen, wird der Inhalt relativ wenig diskutiert – es finden eher Debatten statt, ob Garmin oder der Wanderverband so was überhaupt sagen darf, z.B. bei Geocaching Nordfriesland. (Selbstverständlich mit dem Feigenblatt, dass man selbst sowas für selbstverständlich hält).

Offensichtlich ist das so selbverständlich, dass selbst der Spiegel auf die Probleme, die so mancher Geocacher versucht, aufmerksam macht. Ebenfalls scheint es einen Geocache auf einer Insel, die Vogelschutzgebiet ist und wo das Betreten deshalb verboten ist, zu geben.

Nun gibt es Leute, die schon jammern, dass man doch an schönen Orten wie Naturschutzgebieten dann keine Caches mehr verstecken dürfe, dabei ist die Sache doch eigentlich trivial:

  • Naturschutz/Umweltschutz hat 100% Vorrang vor Geocaches. Gibt in Deutschland über 100.000 Caches, da muss man nicht noch weitere Caches an solchen Orten verstecken.
  • Die Lösung für das Problem ist einfach: einfach einen Multi durch das Naturschutzgebiet (natürlich auf Wegen) legen, die eigentliche Dose außerhalb des Gebiets.
  • Ein weiterer Punkt, der nicht zu vernachlässigen ist: um die Auswirkung von rücksichtslosen Cachern zu minimieren, sollten Caches in der Natur einen vernünftigen Hint und ein Spoilerfoto enthalten! So braucht der gemeine Statistikcacher, dem auf der Jagd nach dem nächsten Punkt jedes Mittel recht ist, nicht den halben Wald umzugraben und Moos zerstören.

Das Leben könnte so einfach sein, wenn sich doch alle Leute halbwegs vernünftig verhielten – aber mit der steigenden Anzahl der Cacher steigt natürlich auch die Anzahl der Idioten.

Update: moncat hat einen schönen Blogartikel zu der Thematik geschrieben.